Expertenvortrag "Aufbau des Eurosystems und dessen Geldpolitik" von der Deutschen Bundesbank

Am Dienstag, den 27.02.2018, hielt Herr Rebl, stellvertretender Leiter der Filiale Nürnberg der Deutschen Bundesbank, vor den Schülern der 12. Klassen Wirtschaft einen kurzweiligen Vortrag über den Aufbau des Eurosystem und dessen Geldpolitik.

Zu Beginn fragte Herr Rebl, was sie über Geldpolitik wissen. Daraufhin erläuterte er den Unterschied zwischen dem ESZB und dem Eurosystem. Das ESZB (Europäisches System der Zentralbanken) setzt sich zusammen aus der Europäischen Zentralbank (EZB) und den nationalen Zentralbanken (NZB) aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Dem ESZB gehören somit auch die Zentralbanken der EU-Länder an, die den Euro als Währung noch nicht eingeführt haben.

Das Eurosystem umfasst die EZB und die NZB der EU-Mitgliedstaaten, die den Euro als gemeinsame Währung bereits eingeführt haben.

Immer wieder zeigte Herr Rebl Zitate aus Zeitungen, die fehlerhaft sind. So wurden die EZB für die Geldpolitik verantwortlich gemacht oder es wurden europäische Länder dem Eurosystem zugeordnet, obwohl diese den Euro nicht als Währung besitzen. Er zeigt somit, dass Zeitungsartikel stets hinterfragt werden sollten.

Darüber hinaus erläuterte Herr Rebl das vorrangige Ziel der Geldpolitik des Eurosystems, die Preisniveaustabilität knapp unter 2% zu halten, um anschließend auf das Versagen der konventionellen Geldpolitik während der Krise einzugehen. Trotz des gesenkten Leitzinses hatten  die Konsumenten „reicher“ Länder kein Interesse, sich Geld zu leihen und die der Krisenländer (PIIGS  Staaten) wollten keinen Kredit aufnehmen.

Auch erzählte er von der „Whatever it takes"-Rede, die Mario Draghi am 26.07.2012 hielt, und fragte daraufhin, warum dieser „gezwungen“ war diese zu halten. Da die bisherige Geldpolitik gescheitert war, sah es im Juli 2012 so aus, als würde die €-Zone völlig auseinander brechen. Mario Draghi sagte: „Within our mandate, the ECB is ready to do whatever it takes to preserve the Euro. And believe me, it will be enough.”

Nach der misslungenen Geldpolitik, entschied man sich für das QE - Programm. Dieses beinhaltet den Ankauf von Staatsanleihen und ermöglicht den NZBs die eigenen nationalen Staatsanleihen anzukaufen. Dies hatte eine positive Wirkung.

Zu guter Letzt hat Herr Rebl über die Auswirkung sofortiger Anstiege des Leitzins auf 2% gesprochen. Daraus folgt jedoch, dass Sparzinsen gezahlt werden müssen und die Einnahmen aus Krediten gering bleiben. Dies stellt ein Problem dar, da die Banken Schwierigkeiten hätten, die Sparzinsen zu zahlen und viele dadurch Pleite gehen würden.

Herr Rebl beendete seinen interessanten und reichhaltigen Vortrag und stellte den Schülerinnen und Schülern zum Schluss noch die Studien- und Praktikumsmöglichkeiten bei der Deutschen Bundesbank vor.

Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlichen für den informativen Vortrag!

Renato Ometto Valencia, Pia Steinmetz

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