Geschichte/Sozialkunde

Geschichte

Die Geschichte ist das Bett, das der Strom des Lebens sich selbst gräbt.

Friedrich Hebbel (1813 – 1863), deutscher Dramatiker und Lyriker

 

Das Beste, was wir von der Geschichte haben, ist der Enthusiasmus, den sie erregt.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832), deutscher Dichter und Staatsmann

 

Geschichte ist mehr als nur die Summe einzelner Ereignisse, die aneinandergereiht, gleich einer Perlenschnur, eine lange Reihe von Zahlen, Daten und Fakten ergibt. Geschichte und Geschichtsunterricht ist „Sinndeutung vergangener und gegenwärtiger Zeit zugleich“ (Karl Ernst Jeismann 1988), es ist der lebendige Umgang mit der eigenen Vergangenheit, deren Lehren, Irrungen und Wirrungen, von der Gegenwart aus betrachtet und reflektiert, einen adäquaten Weg in die Zukunft mitgestalten helfen sollen. Geschichte hat an der Fachoberschule die Aufgabe, als Leitfach der historischen Bildung in der Jahrgangsstufe 11 und als Kombinationsfach mit Sozialkunde in den Klassen 10 und 13, den Schülerinnen und Schülern in der Beruflichen Oberstufe einerseits einen fundierten Einblick in Methoden und Verfahrensweisen des Fachs zu geben, zum anderen aber auch die „Orientierung in der Temporalität von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ (Hans-Jürgen Pandel) zu ermöglichen. Heutige Lebenswirklichkeiten und gegenwärtiges Handeln sind stets auch das Ergebnis historischer Prozesse, Entwicklungen und Ereignisse. Geschichtsunterricht an der FOS erhält durch neuen LehrplanPLUS für die Beruflichen Oberschulen in Bayern damit dezidiert zwei wichtige Fokussierungen: einerseits die profunde und kompetenzorientierte Vermittlung von Methoden und Verfahren der Erfassung und Untersuchung geschichtlicher Prozesse und Phänomene, anderseits aber auch die vertiefte Beschäftigung und Vermittlung historischer Ereignisse und Zusammenhänge, welche sinn- und identitätsstiftende Funktion wie auch Wirkung für die gegenwärtige und zukünftige Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler haben. Beides, Vermittlung und Vertiefung historischer Methodenkompetenz wie auch der Erwerb und die Vertiefung von Wissen über vergangene Geschehnisse fließen im Geschichtsunterricht der Oberstufe an den Beruflichen Schulen wie die Zuströme eines Flusses zusammen, um in der Kombination aus beiden das Bild von Geschichte, welches sich über die einzelnen Schuljahre verteilt wie ein Mosaik zusammensetzt, möglichst zu vervollständigen, um aus der Geschichte heraus Bedingungen und Voraussetzungen gegenwärtigen menschlichen Handelns zu erschließen und schließlich die Frage zu beantworten, wie wir wurden, was wir sind.

 

Inhalte

Jgst.

Inhalt (z. T. optional, Entscheidung durch die Lehrkräfte im pädagogischen Ermessen)

Vorklasse 10

(Geschichte/ Sozialkunde)

Lehrplan

  • Methodenkompetenzen erwerben und vertiefen (integrativ angelegt)
  • Teilhabe: Gestaltung der eigenen Lebenswirklichkeit
  • Freiheitlich demokratische Rechte und Werte als Fundament der Lebenswirklichkeit in Deutschland
  • Weimarer Republik: Lebenswirklichkeiten in der ersten deutschen Demokratie
  • Lebenswirklichkeiten im Nationalsozialismus

 

11. Jgst.

(Geschichte)

Lehrplan

  • Methodenkompetenzen erwerben und vertiefen (integrativ angelegt)
  • Historische und aktuelle Lebenswirklichkeiten: Stehen wir am Beginn einer neuen Epoche?
  • Einflüsse auf die Lebenswirklichkeit: Ideen und Ideologien des kurzen 20. Jahrhunderts im globalen Wettstreit
  • Historische Lebenswirklichkeiten in Deutschland: Deutsche Geschichte seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs
  • Die Auseinandersetzung mit historischen Lebenswirklichkeiten: Der Umgang mit Diktaturen in Deutschland

 

13. Jgst.

(Geschichte/ Sozialkunde)

Lehrplan

  • Methodenkompetenzen erwerben und vertiefen (integrativ angelegt)
  • Lebenswirklichkeiten in einer historischen Epoche (Auswahlmöglichkeiten und Schwerpunktsetzung durch die jeweilige Lehrkraft)
  • Lebenswirklichkeiten in der gegenwärtigen Welt (Auswahlmöglichkeiten und Schwerpunktsetzung durch die jeweilige Lehrkraft)

 

Sozialkunde 

Die Politik ist keine Wissenschaft, wie viele der Herren Professoren sich einbilden, sondern eine Kunst.

Otto von Bismarck (1871 – 1890), deutscher Politiker und Reichskanzler

Deutscher Bundestag Plenarsaal Seitenansicht 

Immer eng mit dem Fach Geschichte verbunden ist an der beruflichen Oberschule in Bayern das Fach Sozialkunde. In den Jahrgangsstufen 10 und 13 mit Geschichte als Kombinationsfach unterrichtet, ergänzt und komplementiert es das Bild der Schülerinnen und Schüler im Hinblick auf vergangene Geschehnisse, insofern, als geschichtliche Vorgänge in ihrer heutigen politischen Dimension als Folge und Ergebnis jener Entwicklungen der Vergangenheit dargestellt und begriffen werden. In der 12. Jahrgangsstufe ist Sozialkunde als eigenes Unterrichtsfach in der Stundentafel etabliert. Neben einer profunden Einführung und Vertiefung von Kenntnissen über politische Vorgänge, Institutionen und Handlungsmöglichkeiten innerhalb der Bundesrepublik Deutschland und des Freistaats Bayern stehen auch internationale Herausforderungen, Konflikte und Krisen, aber auch Chancen politischer Prozesse in der Welt des 21. Jahrhunderts im Fokus der unterrichtlichen Betrachtungen. In enger Symbiose mit den fachlichen Inhalten steht das Erlernen und die Anwendung fachspezifischer Methoden. Sozialkunde hat aber – wie auch das Fach Geschichte – keineswegs nur die Aufgabe eines Transmissionsriemens für Inhalte und Methoden, die gleichsam über den Schülerinnen und Schüler ausgekippt werden, sondern erfüllt eine weit höhere Funktion. Als Leitfach der politischen Bildung in der Oberstufe der Beruflichen Schulen hat der Sozialkundeunterricht die Aufgabe, den einzelnen Menschen „als soziales und politisches Wesen“[1] (LehrplanPLus Fachoberschule Bayern) zu begreifen und im Anschluss an die aktuelle Lebenswelt der jungen Erwachsenen diese zu einer „angemessener Orientierung in der modernen Gesellschaft [zu führen], zu reflektierten politischen Urteilen, zu eigenständigem Informieren als Basis für politische Entscheidungen und zur Übernahme von Verantwortung in Staat und Gesellschaft“[2] anzuleiten und zu befähigen. Wissen über politische Vorgänge und Zusammenhänge erwerben wie auch der Besitz des methodischen  Handwerkszeugs dazu steht dabei im Fach Sozialkunde in enger Verbindung mit der Anwendung und besonders der Reflexion der vermittelten Inhalte. Politische Vorgänge, Prozesse und Ereignisse wirken auf die Menschen – betreffen damit die Jugendlichen direkt in ihrer eigenen Lebenswelt – zugleich wirken Menschen in einer Demokratie als Träger der Staatsgewalt, in ihrer Funktion als Souverän, entscheidend bei politischen Prozessen mit. Politische Bildung hat damit nicht zuletzt auch die Aufgabe, das Nachdenken über die gesellschaftliche Ereignisse und Vorgänge zu befördern und damit schließlich einem der wichtigsten Ziele des Unterrichts Rechnung zu tragen: der Ausbildung des „mündigen, rational handelnden Staatsbürger[s].“[3]

 

Inhalte

Für die Jahrgangsstufen, in denen Sozialkunde und Geschichte kombiniert ist, vgl. die Rubrik Geschichte.

Jgst.

Inhalt

12. Jgst.

Lehrplan

  • Methodenkompetenzen erwerben und vertiefen (integrativ angelegt)
  • Aktuelle Lebenswirklichkeiten im politischen System der Bundesrepublik Deutschland im Vergleich mit anderen Staaten
  • Gesellschaftliche Lebenswirklichkeiten des Einzelnen
  • Einflussfaktoren auf die Lebenswirklichkeit
  • Aktuelle internationale Herausforderungen und deren Einfluss auf die Lebenswirklichkeiten in Staat und Gesellschaft 

 

[1] Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB): LehrplanPLUS für die Fachoberschule in Bayern, URL: http://www.lehrplanplus.bayern.de/fachprofil/fos/sozialkunde%20/auspraegung/sozialkunde/12 (28.11. 2017)

[2] Ebd.

[3] Ebd.

 

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